Uta Ruscher

Ospedale della Pietà


Venedig, 18. Jahrhundert, mit dem alten Gebäude des Findelhauses


Die traditionelle Kleidung der Findelmädchen


Das Brandzeichen, mit dem alle Säuglinge versehen wurden. Diese brutale Prozedur wurde eingeführt, da viele Pflegefamilien ihre eigenen Kinder als die Findel ausgaben, um das Pflegegeld zu kassieren.


Die begabtesten unter den Findelmädchen erhielten eine musikalische Ausbildung auf höchstem Niveau. Auch Vivaldi war Lehrer an der Pietà. Er schrieb zahlreiche Werke für Chor und Orchester der Findelmädchen.


Vivaldi-Faksimile. Etwa zwei Dutzend seiner Konzerte widmete der Rote Priester der berühmtesten unter den Geigerinnen des Findelhauses: Anna Maria dal Violin. Die Musikerin war in ganz Europa berühmt.


Nach ihrer Ausbildung konnten die Findelmädchen entweder am Ospedale della Pietà bleiben, ins Kloster gehen oder heiraten. Für die Konzerteinnahmen bekam jede einen Anteil zugewiesen, der beim Verlassen der Pietà ausgezahlt wurde.


Heute ist das Ospedale eine Einrichtung für Mutter und Kind. Einige Zimmer werden an Touristen vermietet.